PRAXIS

Gott ist da, wo nichts ist, weil da alles ist.

Stille.

Entzünde die drei Kerzen.

Verneige dich, empfinde Respekt und Liebe, Neugier und Leidenschaft.

Entzünde Weihrauch.

Verneige dich

Tanze deine Götter zum Sein hinab.

Gottheiten sind eine eher naturwissenschaftliche Realität, sind sie doch die Essenz des Lebens als solches, die Gesichter der universellen Kraft des Seins.

Sein ist Gott. Die zeitliche Dimension, in der sich das Göttlich offenbart, ist das direkte Jetzt. Jetzt ist die Form Gottes. Raum ist die Form Gottes. Genauso ist es unsere Form..

Wer ist denn dieses Du?

Du bist Lebenskraft. Also tanze.

Alles ist Gott. Alles ist göttlich, auch Zerstörung und Ende, Verzweiflung und Trauma. Alles ist Sprache, alles ist Form. Wir sind die Tänzer auf diesen Feldern. Und jeder Moment erschafft sich pausenlos neu, jeder Moment ist Evolution und Explosion. Jeder alte Moment stirbt direkt nach seiner Schöpfung. Jeder Moment ist immer tot und neu. Das ist das Schlachtfeld des Lebens. Und wir trinken das Blut eines jeden sterbenden Momentes, denn wir trinken Leben. Das ist liebender, göttlicher Vampirismus. Wir leben durch das Leben.

Nehme alles an, wie es ist. Jede Situation, jeden Moment, jedes Gefühl, jeden Gedanken, jeden Sinnesreiz.

Die absolute Akzeptanz des Augenblickes ist die schwerste aller Übungen.

Das zu üben ist die höchste aller Übungen. Bewerte nichts. Lass alles frei durch dich fließen. Keine Einmischung des Ego. Keine Kontrolle. Keine Abwehr. Keine Gier. Kein Wollen. Keine Ziele.

Nur Hingabe ans Leben. Gelebt werden durch die Gottheit, die wir doch nur selber sind.

Trage die vollen Konsequenzen deines Handelns und nicht Handelns. Übernehme Verantwortung auf allen Ebenen des Daseins.

Bleib bei dir. Es gibt nur dich. Du reflektierst in deiner Umwelt. Du bist Ursache.

Du erschaffst Realität. Das bedeutet, dass deine Energie aus Projektion und Erfahrung eine Bühne deines Seins hervorbringen, die das abspielt, was du mit eingibst.

Suche nicht in Worten, in Schriften, nicht in Formen.

Suche im Feuer, im Leben, im Sein, im Jetzt.

Suche nicht im Außen, finde in dir.

Suche nicht in ja oder nein.

Suche nicht in oben oder unten.

Alles ist ein Pfad, der Sucher pflastert selber seinen Weg durch das Nichts.

Das ist die ewige Schöpfung, immer voran, jedes Sein erschafft seinen Raum.

Der einzige Weg, der wirklich funktioniert, ist der Weg der Liebe.

Deswegen folge immer den Zeichen, die dich mit Freude und Liebe anziehen. Liebe ist die Stimme Gottes, durch Liebe ruft die Gottheit dich zu sich.

Der Pfad der Zerstörung

Es gibt nur den Raum der Erfahrung.

Dualität ist eine Bühne.

Bleib bei dir. Niemand anderes hat mit dir zu tun, bis auf du selbst.

Alles ist nur dein Selbst.

Übernimm Verantwortung. Das ist Saturn.

Warum denkst du an morgen und gestern?

Warum hoffst du auf anderes oder wartest?

Warum erleidest du Leid, obwohl du nur Schmerzen erlebst?

Zerstöre alle diese Zwänge.

Wer bist du?

Warum hörst du deinen Gedanken zu, warum glaubst du deinen Gefühlen?

Warum planst du dein Leben, obwohl es wie ein Sturm blasen kann?

Zerstöre alles diese Menschlichkeiten.

Zerstöre alle diese Fantasien von Richtig und Falsch, von gut und schlecht.

Lasse alles von der Energie zerstören, von dem du denkst, dass es irgendetwas bedeutet.

Und wenn alles in Flammen steht, und dein ganzes Leben in Dunkelheit versinkt, wertlos, gleichgültig, dann sei bereit zu sterben.

Überlasse alles, was zerstörbar ist dem saturnischen Mühlstein.

Gib dich ganz dem Tode hin, lasse alles hinter dir, sei bereit.

Und dann erwache!

Lache über dich selber, finde in jeder Situation den Humor, auch wenn es noch so schlimm ist. Lachen tötet den Ernst. Ernst ist Begrenzung.

Es gibt keine ernsten Situationen. Das Leben ist ein Tanz, auch im Leid.

Lache, lache, lache…

Akzeptiere alles Dasein, ohne Bewertung.

Es gibt keine Vergangenheit, es gibt keine Zukunft, es gibt nur das Jetzt.

Jede Mensch ist von Natur aus eine freie, göttliche Energie.

Diese Energie ist Bewusstsein und Kraft.

Der Mensch ist ein Potential. Er hält sich selber energetisch gefangen, durch den Glauben an Gefühle, Gedanken, Situationen, Ideen. Er sieht nicht das Wahre, er sieht nur seine Projektion. Der Mensch wird geleitet durch Angst und Gier. Diese Kräfte sind nicht negativ, sie sind nur unheilsam, wenn sie nicht verstanden sind.

Um das Göttliche in uns zu befreien, müssen wir den Menschen in uns vor der Schwelle des Saturn zurück lassen.

Erst dann gelangen wir in den Raum des kosmischen Bewusstseins, der Urkraft, in den Raum dessen, was wir Gott nennen.

Dieser Weg führt durch die Zerstörung unserer Limitierungen, die durch das zentralisierte Ego gebildet werden.

Getrenntsein ist eine Illlusion.

Alle Dinge sind immer gleich wahr, auch wenn sie ihr Gegenteil sind.

Das Feuer führt uns zum Feuer.

Sämtliche spirituellen Pfade sind in ihrer menschlichen Resonanz alle gleich.

Wenn der Mensch einen Gott anbetet, so gehen in diesem Menschen dieselben Vorgänge vor, wie in einem anderen Menschen, der einen ganz anderen Gott anbetet.

Genauso verhält es sich mit Meditation, Trance, Erkenntnis, Erleuchtung.

Es ist alles immer und überall das gleiche. Nur die Formen, die Inhalte, die Erscheinungsbilder ändern sich.

Glaube ist eine Kraft der Schöpfung.

Glaube macht das Subjektive zum Objektiven.

Glaube erschafft Realität. Glaube begrenzt.

Wer an seinem Glauben festhält, hat sein Leben verloren.

Das ist wahre Gefangenschaft.

Spiritualität hat nichts mit Glauben zu tun. Glaube ist ein Werkzeug, mehr nicht.

Um Gott zu verwirklichen, braucht man keinen Glauben, er ist sogar sehr hinderlich dabei.

Glaube ist Fantasie.

Was wir brauchen ist nichts anderes als Jetzt.

Das Jetzt ist die Tür zu Gott. Und dieses Jetzt hat keine Eigenschaften. Es ist nur jetzt.

Töte alles, bis auf das Jetzt.

Wo willst du hin? Was ist dein Ziel?

Erst wenn alles verbrannt ist, zeigt sich die Asche.

Saghori ist das Feuer, das alles verbrennt, was verbrennen kann.

Unser Leben ist das Feuer, unsere Wahrheit ist die Asche…

Erkenne dich selbst